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Einlaufphase und Microfauna

    • Einlaufphase und Microfauna

      Hallo zusammen,

      ich lasse im Moment ein Becken einlaufen. Meine angepeilte Standzeit bis Garnelen (Taiwaner) einziehen sollen waren ungefähr sechs Wochen. Mittlerweile steht das Becken zwei Wochen und da ein Drittel der Einlaufphase vorbei ist, wollte ich heute mal die Microfauna mikroskopieren. Das Ergebnis: NICHTS. Nicht einmal bei höherer Vergrößerung (habe nicht drauf geachtet, aber ich tippe auf 400x oder höher, man konnte sogar schon die Zellen des Mooszweigs sehen) war etwas lebendiges sichtbar. Dafür habe ich mehrere Hypothesen aufgestellt:

      - ich bin zu ungeduldig und nach zwei Wochen kann sich noch nichts entwickelt haben
      - ich habe die Proben an der falschen Stelle entnommen (Pflanzenzweige und aus dem Bodengrund)
      - ich habe nicht mit ausreichender Vergrößerung mikroskopiert (will ich fast ausschließen, da man die Kleinstlebewesen in einem gut eingefahrenen Boden aus eigener Erfahrung sogar ohne Mikroskop sieht

      Falls sich tatsächlich noch nichts gebildet hat, bin ich dann bei der Einrichtung falsch vorgegangen? Hintergrund ist folgender: Ich habe früher schon Garnelen gehalten und damals immer ein aktives Bodenleben in den Becken beobachten können. Dieses mal bin ich bei der Einrichtung so "steril" wie noch nie vorgegangen. Das Bedeutet Soil (SRBS) aus der Tüte, destilliertes Wasser und IN-VITRO Pflanzen. Das einzig lebende, das ich dem Becken zugebe ist einmal wöchentlich Herbal&Bacter sowie täglich wenig Bacter AE als Nahrungsgrundlage für vermeintliche Bodenfauna. Kann es daran liegen und sollte ich dem Becken auf anderem Wege auf die Sprünge helfen?

      Auf Laub habe ich bisher verzichtet, um nicht gleich so viel Mulm zu verursachen. Sollte ich vielleicht hier nachbessern. Ich hätte Eiche, Brombeere und Himbeere sowie Hokkaidochips hier. Würde ein Heuaufguss mit heißem Wasser wie in der Fischzucht helfen oder ist hier eher das Risiko gegeben, mir Schädlinge ins Becken zu holen?

      Kann ich generell in der Einlaufphase mehr als einmal wöchentlich die empfohlene Dosis Herbal&Bacter verabreichen oder wird das zu viel des Guten.

      Die Wasserwerte sind wie gewünscht: PH 6 KH 0 GH 6 23°C ansonsten unauffällig.

      Entschuldigung für die vielen Fragen X/
      Vielleicht kann mir ja jemand zumindest teilweise weitehelfen. wäre echt nett :love:

      Vielen Dank und viele Grüße

      Lukas
    • Hey Lukas,

      mit dem Einfahren von Becken beschäftige ich mich gerade ziemlich intensiv.
      Beim Einfahren versuche ich, eine Beckenbiologie zu erzeugen, die "meinen Wünschen" entspricht. D.h. quasi algenfrei, egal wie viele Nährstoffe vorhanden sind, etc (das haben Leute bereits reproduzierbar geschafft. Ich mag folgen^^). Hierbei spielen die Destruenten in einem System eine wichtige Rolle. Die beachtet aber niemand. Aber hierin entscheidet sich, ob Methode A bei Person A auch bei Person B funktioniert. Hier steht nochmal alles etwas zusammengefasst. Nicht alles lässt sich hier auf die Aquaristik beziehen. Aber so einiges.

      Wenn du deinem System nichts hinzufügst, kann da auch nicht entstehen :D Die Bakterien kommen teilweise durch die Bacter Produkte hinein. Die reichen aber nicht aus. Ein guter Biofilm ist weitaus komplexer aufgebaut (d.h. artenreicher). Aber sie helfen einem, das System in eine Richtung zu lenken.
      Die Mikrofauna kannst du beispielsweise durch Heuaufgüsse, Blätter oder einen Kompostaufguss ins System befördern.

      Mit dem Kompost aus Biogasanlagen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Jetzt habe ich Scheibenwürmer und kleinere, feinere, nematodenartige Würmer in meinem Becken. Von denen erhoffe ich mir, dass die den Mulm weiter zersetzen, sodass die Bakterien den vollständig umwandeln können. Dann wäre der Kreislauf nämlich geschlossen. Das entspräche einem kleinen Ökosystem, das ohne Eingreifen lange funktionieren kann.
      An Garnelen habe ich die noch nicht gesehen. Von demher sind es keine Schädlinge.

      Red Biest schrieb:

      Kann ich generell in der Einlaufphase mehr als einmal wöchentlich die empfohlene Dosis Herbal&Bacter verabreichen oder wird das zu viel des Guten.
      Ne Überdosierung wirkt sich nicht schädlich aus. Aber es kann entstehende Bakterienkulturen zurückdrängen, die die gleiche Nahrung brauchen.

      Becken so steril wie möglich und alles davon fern zu halten, finde ich mittlerweile nicht mehr gut. Es ist doch viel besser, wenn man das Becken trainiert. Man kann sich bewusst Dinge einschleppen (wie z.B. Algen, die bekommt man alle, bis auf die Clado, gut weg) und das Becken dahingehend verbessern. Das ging bei mir schon mit Pinselalgen, Bartalgen, Grüne Punktalgen und die Staubalge wunderbar. Die aktuelle Bakterienblüte in meinem Becken lasse ich eine Weile laufen (6 Monate), da sie mit anderen Erscheinungen konkurriert.
      Das Ergebnis ist ein Aquarium, in dem eingebrachte Algen einfach absterben. Das hat ganz massiv mit den Destruenten zu tun. Wenn du diese fördern magst, brauchst du allerdings ein gewissen Nährstoffgehalt im Wasser. Das Aufhärtesalz reicht dazu nicht vollständig. Dr. Nagl hat hier ein gutes Skript. Das deckt sich weitestgehend mit dem, was man in anderer Fachliteratur findet.

      Generell sollte man die organische Belastung (dazu zählt auch Laub und abgestorbene Pflanzenteile/Mulm) zur Einlaufzeit minimal halten. Ich weiß nicht wieso, aber nach einiger Zeit, wenn sich genug Mulm im Boden gesammelt hat, gibts verstärkt bakterielle Infektionen bei den Garnelen. Das kann man von Anfang an prophylaktisch unterbinden ^^

      So ein System von Null auf aufzusetzen ist sehr langwierig und kann mehrere Monate dauern. Wenn man die Möglichkeit hat, kann man auf vorhandenen Biofilm aus gut laufenden Aquarien zurückgreifen.

      Viele Grüße,
      Kevin
    • Hi A.,

      Kompostaufguss geht wie Tee. Nur ohne Tee, nur ohne Tasse, nur ohne heißes Wasser.
      Ich nehme etwa 1L von dem Kompst in einen 10L Eimer und fülle mit 5L Osmosewasser auf. Das mache ich nur, weil sich im Osmosewasser mehr Stoffe lösen können. Die daraus entstehende Brühe gut umrühren.
      Das filtere ich mit einem Stück Filtermatte, das ich über einen Schlauch stülpe direkt in den Behälter. Diese 5L Kanister sind dazu spitze. So hat man quasi ne reine Brühe, die mit allem möglichen gut getränkt ist.

      Generell kann man jeden Kompost benutzen, der gut ist^^ Da ich davon überhaupt keine Ahnung habe, überlass ich das den Biogasanlagen. Die optimieren ihre Anlagen ständig. Spurenelemente nehmen hier einen großen Stellenwert ein, da der "Rest" durch entsprechende Abfälle vorhanden ist.

      Grüße,
      Kevin
    • Hi Kevin,

      vielen vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das hat meine kühnsten Erwartungen noch übertroffen :happy:

      Mit dem Mulm werde ich weiterhin sehr vorsichtig sein, da ich das Becken über einen Bodenfilter filtere, das habe ich oben vergessen zu sagen. Aber ich werde auf jeden Fall mit Blättern und Heuaufguss nachhelfen. Welche Blätter sind besser geeignet? Das braune Eichenlaub oder die grün getrockneten Himbeeren, Brombeeren und Brennnesseln? Würde es etwas bringen, sie in einer Schale ins Becken zu stellen, damit der Mulm sich nicht im Bodengrund absetzt?

      Bezüglich Himbeeren liest man oft von einer antibakteriellen Wirkung. Wäre das in der Einlaufphase eher kontraproduktiv?

      Soll ich für den Hauaufguss gewöhnliches Wiesenheu aus der Zoohandlung verwenden?

      Sry schon wieder so viele Fragen X/ X/ X/

      Viele Grüße

      Lukas
    • Kejoro schrieb:



      Wenn du deinem System nichts hinzufügst, kann da auch nicht entstehen :D Die Bakterien kommen teilweise durch die Bacter Produkte hinein. Die reichen aber nicht aus. Ein guter Biofilm ist weitaus komplexer aufgebaut (d.h. artenreicher). Aber sie helfen einem, das System in eine Richtung zu lenken.
      Die Mikrofauna kannst du beispielsweise durch Heuaufgüsse, Blätter oder einen Kompostaufguss ins System befördern.

      Mit dem Kompost aus Biogasanlagen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Jetzt habe ich Scheibenwürmer und kleinere, feinere, nematodenartige Würmer in meinem Becken. Von denen erhoffe ich mir, dass die den Mulm weiter zersetzen, sodass die Bakterien den vollständig umwandeln können. Dann wäre der Kreislauf nämlich geschlossen. Das entspräche einem kleinen Ökosystem, das ohne Eingreifen lange funktionieren kann.
      An Garnelen habe ich die noch nicht gesehen. Von demher sind es keine Schädlinge.

      Red Biest schrieb:

      Kann ich generell in der Einlaufphase mehr als einmal wöchentlich die empfohlene Dosis Herbal&Bacter verabreichen oder wird das zu viel des Guten.
      Ne Überdosierung wirkt sich nicht schädlich aus.
      >>>>> s. unten.

      Becken so steril wie möglich und alles davon fern zu halten, finde ich mittlerweile nicht mehr gut. Es ist doch viel besser, wenn man das Becken trainiert. Man kann sich bewusst Dinge einschleppen.

      >>>>> s. unten.


      Generell sollte man die organische Belastung (dazu zählt auch Laub und abgestorbene Pflanzenteile/Mulm) zur Einlaufzeit minimal halten. Ich weiß nicht wieso, aber nach einiger Zeit, wenn sich genug Mulm im Boden gesammelt hat, gibts verstärkt bakterielle Infektionen bei den Garnelen. Das kann man von Anfang an prophylaktisch unterbinden ^^
      >>>>> Wieso minimal halten ? ,

      ... weil die verarbeitenden Bakterien für den zweiten Schritt sich erst langsam vermehren müssen.

      Also absichtlichen Schmodder Step-by-Step häppchenweise reingeben.

      So bi Fischen.



      So ein System von Null auf aufzusetzen ist sehr langwierig und kann mehrere Monate dauern. Wenn man die Möglichkeit hat, kann man auf vorhandenen Biofilm aus gut laufenden Aquarien zurückgreifen.
      >>>>> Hier die andere Seite der Medaille.

      Die Leute geben verareitende Nitrifikations- und Natrifikationsbakterien ins Becken und lassen die treuen Seelen dann verhungern.

      Das verstehe ich wiederum nicht.



      Erst ganz wenig vom zukünftigen Tierfutter oder Pflanzenteile, dann die ausgewählten, intakten Filterbakterien Step-by-Step langsam steigern



      Wer das Gleichgewicht aus den letzten beiden geschriebenen Absätzen richtig zu Dosieren schafft, dem müßte der Nitritpeak erspart bleiben.
      Viele Grüße
      Barbara
      mit U-wa-Welt

      Solange Menschen denken, daß Tiere nicht fühlen,
      solange müssen Tiere fühlen, daß Menschen nicht denken.
    • Hallo zusammen,

      man kann auch Walderde verwenden. Einfach alles, was draußen einen ordentlichen Haufen an Destruenten enthalten könnte. Habe auch schon in Bächen ein wenig Sediment entnommen und in Gläsern stehen lassen. Bachflohkrebse, nematodenartige Würmer, Scheibenwürmer etc. Das ist echt interessant, was sich quasi vor der Haustüre so tummelt.
      Im Heu vom Bauern (natürlich vor der Entnahme gefragt ;) ) hat sich im Wasser nur ein muffiger Geruch gebildet, ohne "Leben".
      Von der Industrie kann man sich Bakterienpräparate holen. Mehr aber auch nicht, was das Einfahren angeht. Das Microbe Special Blend teste ich gerade. Da sind hauptsächlich die Bakterien enthalten, die organisches Material zersetzen. Also das, was weit vor der Nitritbildung geschieht. Aber das ist nicht ausreichend, sonst würde jedes Becken nach der Behandlung ja super laufen. Gegen Cyanos soll das wunderbar wirken. Die werden gnadenlos auskonkurriert. Ähnlich wie es Monika mit dem Bacter AE(?) erlebt hat.

      Organika minimal halten ist eine Beobachtung. Ein Becken läuft so besser ein. Die Gründe hierfür zu nennen, wäre eine reine Raterei, die auf "Wissen und Annahmen" beruht. Dazu ist sind die Modelle der Biofilme zu unbekannt. Was man bewerten kann, ist die Reaktion des Biofilms (Algen werden weniger, Organika werden schnell zersetzt). Die Nitrifikation steht außen vor. Das ist der einfachste Teil, der auch irgendwie immer zuverlässig entsteht. Aber im Biofilm wird nicht nur der Stickstoffkreislauf durchlaufen. Erst müssen die organischen Materialien zersetzt werden, bevor die Stickstoffkette anspringt. Das ist im vollständigen Umfang bedeutend schwerer zu gewährleisten!
      Beispiel vom Bachsediment im Glas (~500ml): Habe eine tote Garnele dort eingesetzt. Bis diese restlos mineralisiert war, hat es über 4 Wochen gedauert. Das Glas ist dabei biologisch gekippt. Es gab eine dicke Bakterienschicht an der Luftfläche und das Wasser war sehr schwarz. Sauerstoffmangel ist anzunehmen, weil es stark nach faulen Eier gerochen hat. Nach einiger Zeit ging der Geruch zurück. Es roch zeitweise nach altem Fleisch. Irgendwann war es wieder klar und roch angenehm. Eingesetzte Wasserflöhe haben diese Prozedur überlebt ^^ Ich würde mal behaupten, dass ein gutes Aquarium diese organische Belastung in wenigen Tagen restlos mineralisiert, also rein bakteriell.

      ... weil die verarbeitenden Bakterien für den zweiten Schritt sich erst langsam vermehren müssen.
      Naa, da sind wir schon lange dran vorbei. Jetzt gehts um die Schritte davor. Wer sorgt denn dafür, dass sich Mulm bildet? Wir gehen jetzt mal von unbesetzten Becken aus. D.h. auch keine Rotatorien oder Ähnliches. Nur bakterielle Vielfalt.
      Da ich das "wer" auch nicht beantworten kann, geht es mir darum, ein System nach den Aufgaben zu bewerten. D.h. wie gut funktioniert dies und jenes im Becken. Wenn es Schwächen gibt, kann man dagegen vorgehen.

      Red Biest schrieb:

      Mit dem Mulm werde ich weiterhin sehr vorsichtig sein, da ich das Becken über einen Bodenfilter filtere
      Dass da kein Mulm in den Boden wandert ist unmöglich :D Ob das, was ich schreibe, mit einem Bodenfilter gut funktioniert, bezweifle ich. Die Reaktionen des Biofilms kann man mit dem Filtermaterial steuern. Dabei ist ein "zu viel" eher hinderlich. Nicht mehr als Nötig ist hier die Devise. Bei moderat besetzten Garnelenbecken kann man auf Filtermaterial sogar verzichten. Die Fressen meist eh den Biofilm und brauchen kaum Futter. Das bisschen, was da durchs Futter hinein kommt, braucht keine riesigen Oberflächen.
      Allerdings muss ich dazu sagen, dass das bei Bees noch nicht probiert habe. Deshalb Vorsicht bei der Umsetzung der Thematik^^ Wenn ich mit denen starte, fange ich auch mit dem bekannten Prinzipien an (nur ohne diese massive Filterung!) und taste mich langsam voran.
      Warum ich das mache? Ich suche nach einem Konzept, bakterielle Infektionen vorzubeugen, sodass das Setup eine lange Standzeit und vor allem ein garnelenfreundliches Milleu bietet.

      Wenns Lukas aber nur um die kleinen Krabbler geht, dann reicht hier der erste Abschnitt

      :huhu: ,
      Kevin
    • @Kejoro:
      ... weil die verarbeitenden Bakterien für den zweiten Schritt sich erst langsam vermehren müssen.
      Naa, da sind wir schon lange dran vorbei. Jetzt gehts um die Schritte
      davor. Wer sorgt denn dafür, dass sich Mulm bildet? Wir gehen jetzt mal
      von unbesetzten Becken aus. D.h. auch keine Rotatorien oder Ähnliches.
      Nur bakterielle Vielfalt.

      Katz... :
      Da sind "Wir" geistig vielleicht dran vorbei.
      Aber Leute, welche ein Becken "steril" neu einfahren. sind da noch nicht dran vorbei.

      Bakterien in einem noch unbesetzem Becken füttern mit Garnelenfutter, Laub, Schmodder oder Sud heißt ja "Mulm machen" für Bakterienfutter.
      Aber eben in der Menge langsam steigern (das kann bis zum perfekten Altwasserbecken gehen), den verarbeitenden Bakterien eine Anpassungsmöglichkeit anbieten,
      weil die später verarbeitenden Bakterien sich langsamer vermehren.
      Da müssen ja die Vorstufen nicht per Turbo gepuscht werden, wenn die nächste Stufe noch nicht die Kapazität hat.
      Oder muß der Weg unbedingt über das vor Fäulnis gekippte Becken gehen ?( ?
      Vielleicht ist die langsame Biofilmsteigerung in der Zivilisation der elegantere Weg :) .

      Ich hatte vor ein paar Wochen eine Mikrofaunaplage (kleine Schlängelwürmchen, Scheibenwürmer, Miniasseln in Massen !!!) im 40-Liter-Nano ohne gleichen. Die Salmler hatten sich über die Abfanglieferungen gefreut :happy: .
      Jetzt sind die Salmler wieder traurig :( , weil die Mikrofaunaquelle inzwischen versiegt ist.
      Leider vermisse ich inzwischen meine "Turrita-Marienkäferschnecke". Die Plage (Biofilmverarbeitung) nachträglich vielleicht selbstredend.
      (gedanklich bin ich da bei der toten Tylo im Kardinalsbecken der Forumskollegin)

      GsD sind nicht alle Garnelen verstorben, aber natürlich wieder meine besten Neofarbmischerfolge.
      Mißlungenes Biofilmgleichgewicht = :bomb: .

      In einem frischen Becken wäre das vielleicht anders/böser ausgegangen.
      Ich bin für die übrig gebliebenen Tiere froh, daß sie nicht den Weg des gekippten Beckens gehen mußten.

      MUTMASSUNG einer Nebenwirkung :
      Vorhandener, eingependelter Vorstufen-Biofilm ist, soweit das "rudimentäre Immunsystem" mitmacht, vielleicht sogar die perfekte Nahrung für intensive Farbentwicklung.
      Froh bin ich darüber aber gar nicht, weil meine nach dem Bio-Peak extra leuchtend bestellten diamont-blauen Neos zwar putzmunter, aber schon wieder fast bis ins Tiefblauschwarz eingefärbt haben X/ . Kontraproduktiv, da nicht zielführend X( .
      Vielleicht machen saubere Wasser bei "Blau" sauberere Farben.
      Nur saubere Farben kann man auch sauber selektieren.
      "Rot" ist ja auch bei Steinen (Freakrock) versteinerter Schmutz 8) .

      Auf dem Weg zum stabilen Biofilmbecken, so denke ich,
      muß man mit Verlusten der "natürlichen Auslese" rechnen und das braucht NERVEN.
      Auf alle Fälle ein schmerzvoller Weg.


      Ich hoffe "Red Biest - Lukas" verzeiht unsere Beschlagnahmung seines Treads :whistling: .
      Viele Grüße
      Barbara
      mit U-wa-Welt

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      solange müssen Tiere fühlen, daß Menschen nicht denken.
    • Hi,

      ich finde das echt interessant und konnte hier schon viel lernen. Ich muss jetzt nur eine Methode finden, es für mich anzuwenden. Ich habe zunächst mal zumindest schon etwas Laub ins Becken gegeben.

      Ersetzt Liquizell einen Heuaufguss? Das ginge dann nämlich schneller und wäre mein nächster Schritt.

      Dann noch eine Frage zu den Wasserwechseln. Früher habe ich wöchentlich 30-50% gewechselt und bin damit ganz gut gefahren. Da ich jetzt das Becken daran "gewöhnen" wollte hab ich in den ersten Wochen auch wöchentlich 30-50% (10 Liter bei 30 Liter Nettovolumen) gewechselt. Ist das vielleicht der falsche Weg? Sollte ich seltener Wasser wechseln bis die Garnelen einziehen? Oder bringe ich das Gleichgewicht im Becken durch ständige Wechsel der Wasserwechselstrategie durcheinander?

      VG
      Lukas
    • hallo Lukas :) ,

      Wenn Du ein gesundes Wasser hast, ist Wasser wechseln erstmal immer gut.
      Es hängen genug Bakterien an der Hardware.
      30 % finde ich, ist auch gut.

      Mit Aufgüssen habe ich keine Erfahrung.
      für die Nitrifikation nehme ich gute, käufliche Bakterien.
      Die Vorstufen habe ich mit Fischfutter gemacht, weil da auch tierische Zutaten drin sind.

      Du hast ja schon Deine Blätter drin.
      Ich hätte mit einer Blattecke angefangen und dann alle zwei Tage was dazu.
      Langsam aufbauen, so nach Bauchgefühl. ?(
      Letztendlich muß jeder seine eigenen Erfahrungen machen.
      Viele Grüße
      Barbara
      mit U-wa-Welt

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    • Hallo, die Bakterien die wir brauchen sind Substratgebunden.
      Deswegen kann man denen mit Wasserwechsel nicht schaden.
      Ehr im Gegenteil. Überschüssiges entfernen und verbrauchtes Ersetzen ist die Devise.
      Ebenso wie der Austrag von Produktionsrückständen bei neuen Becken/Equipment.
      Was nicht so begeistert wäre von vielen Wasserwechseln, wäre ein Soil.
      Da der auslaugt, sollte man vor dem Neubesatz ein Zwischending herrausfinden oder das Equipment vor Soil einfüllen ausreichend wässern und immerwieder das Wasser auswechseln. Ist eh der bequemere Weg.

      Also ob Liquizell das richtige Mittel is um die Bakterienvielfalt zu fördern wage ich zu bezweifeln.
      Wir wollen ja keine Algen für Artemia züchten. Ich denke eine Priese kann man schonmal gelben, aber das reicht dann auch.
      Heuaufguss brauchst Du auch nicht machen.
      Das selbe erreichst Du, indem Du ab und zu Brennesselblätter oder Herbstlaub einbringst. Da kleben die gleichen Dauerstadien von Infusorien dran, wie am Heu, das man ja auch erstmal beschaffen muß...
      Ist bequemer und stinkt nicht so. Nicht viel hilft viel, sondern alles mit Maß und Ziel.
      Eigentlich reicht ein bisschen Dreck unter den Fingernägeln nach der Gartenarbeit, und die bakterielle Vielfalt ist da, die ein Aquarium braucht.

      VG Monika
      Leben ist in der kleinsten Pfütze!